Andrina Bollinger
Andrina Bollinger (CH)
Album: Island of Way Back
VÖ: 06.03.2026
Label: Mouthwatering Records
FFO: CATT, Sophie Hunger, Dear Reader
Mit “Island of Way Back” veröffentlicht die Schweizer Avant-Pop-Künstlerin Andrina Bollinger ihr bisher persönlichstes Werk: elf Songs als Ritual, Atem und leise Rebellion gegen die Tyrannei permanenter Sichtbarkeit.
Über sechs Jahre hinweg gereift, entfaltet sich das Album als Erzählung in vier Akten (Disconnection → Listening Inward → Surrender → The Return). Was geschieht, wenn Körper und Geist aus dem Takt geraten, wenn Schlaf verschwindet, die Stimme bricht und das eigene Sein fremd wird? Bollingers Ausweg ist radikale Zärtlichkeit: Rückzug auf eine innere Insel, lauschen, bis die Träume zurückkehren. Eine Erinnerung daran, dass der Geist den Körper braucht.
Aufgenommen zwischen ihrem Studio in der Zürcher Zentralwäscherei sowie Sessions in Margate und Winterthur, entstand das selbstproduzierte «Island of Way Back» mit Schlagzeuger Arthur Hnatek und Bassist Jules Martinet. Produzentin Bollinger übernahm Gesang, Gitarre, Klavier und Synth, bei vier Stücken wirkte Mike Lindsay (Tunng, LUMP mit Laura Marling) als Co-Produzent mit.
So führt die Schweizerin ihre Suche nach neuen Formen von Pop fort, sinnlich, unerschrocken und experimentell. Im Rücken zahlreiche Auftritte, darunter am Montreux Jazz Festival, dem Reeperbahn Festival Hamburg sowie im Café de la Danse Paris, und internationale Radio-Aufmerksamkeit von FIP France, Deutschlandfunk Kultur und Amazing Radio UK.
Klanglich zeigt sich das Werk greifbar und subversiv zugleich: In ein Handy geflüsterte Schlafnotizen werden zu Soundscapes, mit Bogen gestrichene Gitarrensaiten erwecken dunkle, celloartige Texturen. Die Stimme bildet das Rückgrat von Rhythmus, Bass und Synthesizer und umrahmt jedes Arrangement. Selbst in orchestralen Momenten bleibt die Musik dabei von feiner Zurückhaltung geprägt.
Von der Spannung in “Hands in the Ground” über den polyrhythmischen Sog von “Mind Needs Body” bis zum rohen, intimen Finale “Oh Anne” – einem Zwiegespräch mit Bollingers verstorbener Grossmutter – zeigt sich jeder Song als kleine Überlebensübung, als Klangritual gegen die Rastlosigkeit.
“In einer Branche, die ständige Sichtbarkeit verlangt, kann Rückzug wie Selbstsabotage wirken”, reflektiert sie. “Aber manche Arbeiten erfordern Stille. Tiefe braucht Zeit.”
Andrina Bollingers zweiter Longplayer “Island of Way Back” setzt ein bewusstes Zeichen des Innehaltens gegen eine Kultur, die von Tempo und Perfektion besessen ist. Eine Einladung an alle, die sich im Druck ständiger Performance verlieren.
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